Rosenheimer Mineralien und Fossiliensammler e.V.

Solnhofen  29.06.2002

Von Rosenheim aus startete die Busfahrt mit 50 Mitgliedern des Vereines zunächst nach Riedenburg im Altmühltal. Dort angekommen waren alle gespannt auf die Besichtigung des Kristallmuseums. Die Attraktion des Museums war natürlich die größte Bergkristallgruppe der Welt. Rund 8 Tonnen wiegt dieser schwere Gigant, ist 3 Meter lang und 2 Meter breit. Er wurde 1981 in einer Quarzmine in Arkansas / USA gefunden. Bereits im Jahr darauf kam die Kristallgruppe nach Riedenburg als Grundstein des Kristallmuseums.

Weitere Sehenswürdigkeiten im Museum sind die Sammlung von rund 300 Replikaten der legendären Historischen Diamanten und ihrer Geschichten sowie eine einmalige Sammlung von rund 600 Turmalinscheiben.

Nach einer Brotzeit in der Fasslwirtschaft ging die Fahrt weiter durch das schöne Altmühltal nach Solnhofen. Jeder kennt die Solnhofener Kalkplatten, die als natürlicher Baustoff geschätzt sind. Je nach Verwendungszweck –bruchreif oder poliert- finden sie Verwendung als Treppenstufen, Fenstersimse, Bodenplatten und vieles andere mehr.

Bevor jedoch in den Plattenbrüchen selbst nach Fossilien gesucht werden konnte, stand eine Besichtigung des Museums auf dem Maxberg auf dem Programm. Die Entwicklung der Lithographie ist einer der Schwerpunkte des Museums. 1798 erfand Alois Senefelder unter Verwendung von Solnhofener Platten dieses neue Druckverfahren, den Flachdruck. Im Museum werden 6 Nachbauten von Druckpressen gezeigt. Bei einer Vorführung wurde den Teilnehmern der Steindruck vorgeführt.

Von noch größerem Interesse waren natürlich die Fossilien. Im Museum auf dem Maxberg werden ausschließlich Fossilien aus dem oberen Weissen  Jura –dem Malm- gezeigt. Sie entstanden gegen Ende der Jurazeit, vor etwa 150 Mio. Jahren. Solnhofen genießt Weltruhm als eine Fundstelle des Urvogels (Archaeopteryx).

Dieser spektakuläre Fund stellt aber nur eines unter vielen Exponaten, die heute in Solnhofen gezeigt werden. Präsentiert werden in einer reichen Auswahl versteinerte Tiere und Pflanzen, eine Vielzahl von Krebsen, Kopffüßlern (Tintenfische, Ammoniten und Belemniten) und Stachelhäutern. Gezeigt werden Kugelfische, Schmelzschuppenfische, Haifische, Schnabelfische und echte Knochenfische.

Mit den notwendigen theoretischen Kenntnissen versorgt ging es nun am frühen Nachmittag endlich zum „Klopfen“ in den Steinbruch. Ein noch aktiver Steinbruch, also dort, wo noch abgebaut wird, war unser Ziel.

Fundmöglichkeiten sind hier immer vorhanden. Ausgerüstet mit Hammer, Meißel und vorerst noch leerem Rucksack ging es los.

Bei Trockenheit waren die Bodenplatten leicht zu spalten. Auf den dünnen Platten zeigten sich schon bald die ersten Funde: Mangandendriten, Ammoniten, kleine Fische. Im Laufe des Nachmittags wurde jeder Teilnehmer der Exkursion fündig und hatte beim Rückweg zum Bus schwer zu tragen.

Bei einem gemütlichen Abendessen vor der Heimfahrt konnte noch ausreichend über den erfolgreichen Tag geplaudert werden, bevor alle wohlbehalten und zufrieden am Abend wieder in Rosenheim angekommen sind.

Text und Bild: Erika Mitterhuber