Rosenheimer Mineralien und Fossiliensammler e.V.

Schweiz/Guttannen  01.- 03.08.2003

Die Schweizer Berge von ihrer schönsten Seite erleben konnten die 32 Teilnehmer der 3-tägigen Exkursion in die Schweiz. Am Freitag, den 01.08.03, pünktlich um 06.30 Uhr schloss unser Fahrer Franz die Bustüren und ab ging es Richtung Südwesten. Bald schon verstummten die Begrüßungsgespräche und die meisten gönnten sich noch eine Mütze voll Schlaf – der Tag war ja noch so jung!

Spätestens an der Raststation Trofana, Nähe Imst, war es mit dem Schlafen vorbei. Brotzeit und Kaffee oder Cappuccino in rustikaler Umgebung weckten schnell die Lebensgeister, und weiter ging die Reise über Liechtenstein, den Vorderrhein entlang, nach Sedrun. 

Hier im Heimatmuseum Truaisch erwartete uns das erste Highlight.

Eine Ausstellung der besten Funde aus den Gebieten Val Strem und Val Giuv – herrliche Rauchquarze, Morione und Gwindel in perfekter Ausbildung in Einzelexemplaren und Gruppen, ließ das Mineralienherz höher schlagen.

 

Sedrun

Nach einer kurzen Stärkung ging es dann weiter. Spätestens ab jetzt konnte unser Busfahrer zeigen, was er „drauf“ hatte. Unsere Fahrt führte nun auf engster Straße, zunächst den Oberalppass (2045m) und im Anschluss auf vielen Kehren, den Furkapass (2436m) hinauf und weiter bis zum ehrwürdigen und berühmten Hotel Belvédère.

Bei 30°C Außentemperatur und einem Bus ohne Klimaanlage eine heiße Angelegenheit aber - der überwältigende Ausblick entlohnte uns reichlich für die erlittenen Strapazen.

 

Vor uns lag, umrahmt von einer grandiosen Gipfelwelt der Rhonegletscher, die Wiege der Rhone.

Die Begehung der Eisgrotte brachte neben der ersehnten Abkühlung...

...einigen noch zusätzlich eine kalte Dusche.

Nach diesem erfrischendem Halt musste nur noch der Grimselpass bewältigt werden, bevor wir dann im Hotel Grimsel Hospitz unser Abendessen zu uns nahmen. Das Hotel wurde auf einem Felssporn mitten im Grimselsee erbaut und sorgt somit für ein wildromantischen Rahmen.

Mit Zitherspiel von unserem Peter und reichlich Rotwein, ging der erste Tag zu Ende.

Der zweite Tag begann mit einem Paukenschlag! Die Besichtigung der weltberühmten Gerstenegg-Kluft stand auf dem Programm.

Der Strahler Ernst Rufibach selbst übernahm die Führung, er, der durch seinen Einsatz und seine Erfahrung, eine Begehung dieses Naturwunders, 3km im inneren des Bergers, erst möglich gemacht hatte.

Mit anschaulichen Worten erklärte er uns die Erschließungs-geschichte  der Kluft mit all ihren Schwierigkeiten.

Und so standen wir fasziniert von der Pracht der glasklaren Bergkristalle, auf denen verstreut rosa Fluorite saßen, und den filigranen Gwindeln. - ein Erlebnis der Sonderklasse für jeden Mineraliensammler!

Schweren Herzens und tief beeindruckt kehrten wir schließlich ans Tageslicht zurück, stand doch heute noch eigenständiges „Strahlen“ im Oberaarsee-Gebiet auf dem Programm. Wolkenloser Himmel empfing uns am Stollenausgang und nach kurzer, abenteuerlicher Fahrt erreichten wir den Oberaarsee.

Eine grandiose Bergkulisse tat sich vor uns auf: Der übermächtige Oberaargletscher, die Gipfel des Finsteraarhorns, der Zinggenstock, - ein Postkartenmotiv!

Schnell verteilten sich die Grüppchen in alle Himmelsrichtungen!

Manche marschierten entlang des Sees zum Gletscher,

andere erklommen beherzt die anstehenden Felshänge.

Wiederum andere schlugen die Richtung zum Trübtensee ein und ein paar bummelten einfach den Weg auf der Straße zurück und genossen die Landschaft. Am Spätnachmittag trafen sich alle gesund und munter wieder. Viele hatten „etwas“ gefunden und einen schönen Tag am Berg verbracht.

Zum Abendessen fuhren wir diesmal nach Guttannen, ins Hotel „Bären“, hatte doch gleich dahinter „ unser“ Ernst Rufibach sein Häuschen stehen und uns angeboten, seine Privatsammlung zu besuchen...

Was uns hier erwartete, wäre schon allein die Reise Wert gewesen. Vitrine an Vitrine, voll mit Rauchquarzen und Gwindeln vom Feinsten, Eisenrosen, Brookitstufen, Amethyste und Bergkristalle und „Wahnsinn!“ rosa Fluorite, wohin das Auge blickte. Ein Lebenswerk, von unschätzbarem Wert.

Ernst Rufibach genoss sichtlich unser ungläubiges Staunen und wurde nicht müde, über die Mühsale und Erlebnisse mit seiner Schicksalsklufft am Zingenstock zu erzählen. Ein lieber Mensch den wir alle ins Herz geschlossen haben.

 

Aber – Alles hat einmal ein Ende! Der letzte Tag begann mit einem gediegenem Frühstück bevor wir Richtung Disentis, wo wir noch die Mineralienbörse besuchen wollten, losfuhren.

Auf dem Grimselpass blieben wir noch kurz zu einem Fotoshooting der dort in einem Gehege gehaltenen Murmeltiere stehen und genossen noch einmal den herrlichen Blick auf die Walliser Berge.

Mineralienbörse in Disentis -  Ein riesiges Angebot von ausschließlich Schweizer Mineralein erwartete uns. Meter an Meter Bergkristalle, Rauchquarze, Eisenrosen, usw., in allen Größen – und in allen Preislagen. Es war gar nicht so leicht etwas Erschwingliches für den Normalverbraucher zu finden und dennoch: Als wir uns am Nachmittag wieder trafen, hatten die Meisten ihr Schnäppchen gemacht.

Aber nicht alle verbrachten die Zeit nur in der Börse, sondern nutzten die Gelegenheit, zu einer Besichtigung der berühmten Barockkirche.

ENDE